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Mär 2019

Interview mit energum-Werkstudent Thierry Fezeu

energum-Werkstudent Thierry Fezeu aus Kamerun arbeitet momentan an seiner Bachelorarbeit zum Thema „Licht- immissionsschutz und Tageslichtversorgung“ an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg im Studiengang Engineering Physics.

Thierry, Du bist seit Juni 2018 bei der energum - wie bist Du denn darauf gekommen, Dich hier zu bewerben?

Ich denke immer sehr praktisch und wollte meiner Bachelor- arbeit daher einen praktischen Wert geben. Vor einem Jahr habe ich zunächst ein viermonatiges Praktikum im Bereich Windenergie gemacht. Das war sehr spannend, doch für die Bachelorarbeit wollte ich noch etwas Neues lernen. Die Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz war schwierig, bis ich an der Uni durch die Präsentation der Masterarbeit des früheren energum-Werkstudenten Christian Obermeyer auf das Unternehmen energum aufmerksam wurde. Ich schrieb kurzerhand eine Initiativbewerbung und innerhalb von zwei Wochen wurde ich zum Vorstellungstermin eingeladen.

Was hat Dein Interesse an dem Thema „Erneuerbare Ener- gien“ geweckt? Wird deren Einsatz in Deinem Heimatland Kamerun auch so vorangetrieben wie hier in Deutschland?

Nein, das geschah eher zufällig. Mein Vater ist Bauingenieur und mein Ziel war es von klein auf, zu lernen, wie man ein Haus baut. Der Physikunterricht hat mir aber auch immer viel Spaß gemacht und so fing ich nach dem Abitur ein Physikstudium an der Universität in Kamerun an. Nach dem ersten Studienjahr kam meine Schwester aus Deutschland zu Besuch bei uns vorbei. Sie gab mir die Empfehlung, mich auf das Thema „Erneuerbare Energien“ zu konzentrieren. Da es damals in Kamerun keine Möglichkeit gab, sich in diesem Bereich ausbilden zu lassen, beschloss ich, für das Studium nach Deutschland zu gehen. Meine Suche nach einem Studiengang in englischer Sprache führte mich im September 2015 an die Universität Oldenburg. Vor dem Auslandsaufenthalt habe ich in meiner Heimatstadt Yaoundé am Goethe-Institut noch einen Deutsch-Sprachkurs absolviert.

Du pendelst wöchentlich zwischen dem Studienort Oldenburg und dem Arbeitsort Ibbenbüren hin und her. Mit dem Zug benötigt man für die 125 km ca. zwei Stunden. Ist das gut mit dem Studium vereinbar?

Ja klar, das klappt super! Montags bis mittwochs arbeite ich als Werkstudent für die energum. Von Donnerstag bis Sonntag sitze ich an meiner Bachelorarbeit. Oft nutze ich den Donnerstag im Büro für die Auswertung der projektbezogenen Messungen und Berechnungen. Freitags fahre ich nach Oldenburg, wo ich auch das Wochenende verbringe. Anfangs war meine Situation etwas schwieriger, weil ich keine Unterkunft in Ibbenbüren hatte und die Pendelstrecke von insgesamt fünf Stunden (Tür zu Tür) täglich bewältigen musste. Nach drei Monaten wurde jedoch ein Zimmer in der „Remise“ auf dem agn-Gelände frei, welches man mir zur Verfügung stellte. Ich bin nach wie vor sehr dankbar für diese Lösung - auf Dauer hätte ich das viele Reisen trotz meiner Leidenschaft für das Thema, die hervorragende Betreuung durch Dr. Heiko Winkler und Patrick Höckelmann und die insgesamt tolle Atmosphäre im energum-Team vermutlich nicht durchgehalten!

Dein Vertrag endet voraussichtlich Ende April diesen Jahres. Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Nach der Bachelorarbeit möchte ich gerne noch einen Master im Bereich der Planung und Umsetzung von Energiekonzepten machen. Dr. Heiko Winkler hat mir diesbezüglich bereits den Fachbereich Energie · Gebäude · Umwelt an der FH Münster - University of Applied Sciences auf dem Campus Steinfurt empfohlen. Nach dem Master möchte ich zwei oder drei Jahre in Deutschland arbeiten und das Gelernte anwenden, bevor ich dann zurück nach Kamerun gehe und dort vielleicht selbst ein Unternehmen im Bereich Erneuerbare Energien gründe. In meinem Heimatland kommt es oft zu Stromverknappungen, was an Übertragungsverlusten, aber auch an zu geringen Produktionskapazitäten liegt. Die Integration von erneuer- baren Energien ist meiner Meinung nach ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer stabilen Versorgung.

Foto: agn